Bär Willi sucht einen Spielkameraden

Es war ein sonniger Tag im Wald hinter dem See. In diesem Wald lebt Bär Willi mit seiner Familie.

Bär Willi wollte gerne spielen. Mit wem könnte ich denn spielen?, fragte er sich.

Da hatte er eine Idee: Ich gehe durch den Wald und schaue mich nach einem Spielkameraden um.

Als er so herumschlenderte, sah er ein Eichhörnchen. Es kletterte mit dem Kopf voran eine Eiche hinunter.

Bär Willi war baff. „Das ist toll. Bleibt doch mal stehen!“, forderte er das Eichhörnchen auf. Aber das Eichhörnchen blieb nicht stehen, sondern kletterte auf einen anderen Baum und sprang von Ast zu Ast und weg war es.

„Tja, dann muss ich wohl weitersuchen“, brummte Bär Willi und ging weiter durch den Wald.

Als er an einer Lichtung ankam, hörte er einen Specht. Der Specht klopfte immer wieder mit voller Wucht an einen Baumstamm. So, als würde er ihn auseinandermeißeln wollen. Er suchte nach kleinen Insekten als Futter.

Bär Willi war beeindruckt. Als der Specht aufhörte zu hämmern, sagte er zu ihm: „Das war ja super. Du bist richtig schnell mit deinem Schnabel.“ Der Specht verzog keine Mine. Bär Willi fragte trotzdem: „Wollen wir zusammen spielen?“

„Ich habe keine Zeit zum Spielen. Ich muss nach Futter suchen. Du musst einen anderen fragen“, sagte der Specht und drehte sich um. Kurz darauf klopfte er wieder an dem Baumstamm herum.

Bär Willi setzte sich erschöpft auf das Gras. Er verschränkte die Arme und schaute zum Boden. Auf einmal sah er eine kleine Ameise. Sie trug gerade ein kleines Ästchen auf ihrem Rücken. Wie die kleine Ameise das schafft?, fragte sich Bär Willi.

Ameise1.1Er beugte sich zur Ameise hinunter. „Du bist aber eine starke Ameise. Ich bin auch stark. Willst du mal sehen?“ fragte Bär Willi und hob einen schweren Ast vom Boden, hielt ihn in die Höhe und warf ihn wieder zu Boden, sodass es krachte. „Toll, was ich alles kann, oder? Wollen wir zusammen spielen?“, fragte er die Ameise gespannt.

„Ich kann jetzt nicht. Die anderen Ameisen warten schon auf mich. Außerdem bist du viel zu groß für mich. Du musst dir jemand anderen zum Spielen suchen“, sagte die Ameise ängstlich.

Bär Willi war enttäuscht. Wie gern hätte er einen Spielkameraden gefunden. Doch keiner wollte mit ihm spielen. So hatte er sich das nicht gedacht. Aufgeben gab es aber für Bär Willi nicht. Ich werde schon jemanden zum Spielen finden, sagte er sich aufmunternd und ging weiter.

Nach einiger Zeit sah er einen wilden Bienenstock, der sich in einem hohlen Baum befand. Bär Willi liebte Honig und eine kleine Ablenkung kam ihm gerade recht. Er schlich sich vorsichtig an den Bienenstock heran. Er war kurz vor dem Bienenstock und wollte schon nach dem Honig greifen, als ihn plötzlich etwas am Arm kitzelte.

„Hey du. Was machst du da? Willst wohl unseren Hönig stehlen?“ fragte die kleine Biene.

„Du bist aber putzig kleine Biene. Ich möchte nur ein bisschen Honig probieren“, wollte sich Bär Willi raus reden.

Die kleine Biene ließ sich nicht beruhigen. „Du bist ein Bär. Veräpple mich nicht so“, sagte die kleine Biene mit ernster Stimme.

„Hm“, brummte Bär Willi und schaute sich die kleine Biene genauer an. Sie sieht zwar wie alle Bienen aus, aber sie ist frech und hat keine Angst vor mir, dachte er sich. „Wie heißt du?“, fragte Bär Willi neugierig.

„Marla“, antwortete die Biene forsch zurück.

„Biene Marla – das ist ein hübscher Name“, sagte Bär Willi. „Wollen wir miteinander spielen? Vielleicht kannst du mir auch zeigen wie der Honig gemacht wird?“ fragte Bär Willi aufgeregt und nickte dabei voller Erwartung, dass sie auch ‚Ja’ sagen würde.

„Neeeee, wie man Honig macht zeige ich dir heute nicht. Du willst nur Honig naschen. Stimmt’s“, sagte sie lachend. „Wie können aber verstecken spielen. Ich fange an“, sagte sie und summte schnell davon.

Bär Willi zählte bis zehn. „Ich komme“, rief er laut und vergaß dabei, dass er eigentlich Honig naschen wollte. Sie spielten noch bis in den Abend hinein und hatten viel Spaß miteinander.

„Oh“, sagte Bär Willi als es schon dunkel wurde, „jetzt muss ich aber los.“

Biene Marla fiel ein, dass sie noch im Bienenstock zu tun hatte. „Du hast Recht, ich muss auch los. Sehen wir uns morgen wieder? Du weißt ja, wo du mich finden kannst.“

„Klar, gerne. Es war toll heute mit dir. Tschüss“, verabschiedete sich Bär Willi.

„Tschüss“, rief Biene Marla und flog los.

Als Bär Willi nach Hause ging, war er glücklich und freute sich eine neue Spielkameradin gefunden zu haben.

(aw+aweko)

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Ein Gedanke zu “Bär Willi sucht einen Spielkameraden

  1. Sandra schreibt:

    Das ist ja eine Überraschung. Ich habe die Geschichte gleich meinen Kindern vorgelesen und sie waren begeistert. Auch die Bilder sind in ihrer Einfachheit toll. Mehr braucht man nicht. Ich habe den Link gleich meinen Freunden weitergeleitet. Sie sagen auch danke. Ich hoffe, dass es bald noch mehr von Bär Willi zu lesen gibt.

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